Authentisch

Die Aussage, jemand verhalte sich authentisch, kommt heutzutage einem hohen Lob gleich. Der so nobilitierten Person wird bescheinigt, sie sei echt, natürlich, unverstellt und verfüge über eine außerordentliche Glaubwürdigkeit, die die eines inszenierten Auftritts um Längen übersteige. Problematisch nur, dass kein korrekter Gegenbegriff zum Authentischen existiert.

Das Mißverständnis ist ein kommunikatives: Um die unterstellte Authentizität beglaubigen zu können, bedarf es eines Beobachters. Kommunikationen finden immer in Gesellschaft statt oder gar nicht. In diesem Sinne gibt es keinen vorsozialen Zustand, der rein oder eben: authentisch genannt werden könnte. Wenn man also einen Menschen markieren möchte, spreche man vielleicht von rauh, unangepasst oder gar rebellisch. Aber um Gottes Willen nicht von authentisch. Es sei denn, man erfreue sich an Paradoxien.

Sinn machen

Gang und gäbe ist im Deutschen die Formulierung, eine Sache mache Sinn. Geläufig, aber falsch. Denn im deutschen „Sinn machen“ steckt das englische Vorbild „to make sense“, dessen Verb bei der Übertragung nicht mitgenommen werden sollte. Die entsprechende Wendung lautet korrekt, eine Aussage habe oder ergebe Sinn, sei sinnig oder sinnhaft. Der alltägliche Gebrauch des Sinnmachens adelt diesen Verstoß gegen die Regeln der deutschen Sprache nicht, auch wenn er kaum jemandem auffällt. Der Teufel steckt im Detail, auch und gerade in den offen sichtlichen.